Pädagogische Leitsätze

Unsere pädagogische Arbeit beruht auf neun pädagogischen Leitsätzen:

Eine Orientierung an diesen Leitsätzen ermöglicht es uns, jedes Kind in seiner  Einzigartigkeit zu sehen und in seiner schulischen und sozialen Entwicklung zu fördern.
Die Leitsätze sind der Kern unseres pädagogischen Konzeptes. Das gesamte pädagogische Konzept der Benjamin-Schule können Sie sich hier herunterladen.

Gemeinschaft und Individualität

An unserer Schule wollen wir Gemeinschaft leben und Individualität wahren. Das Schulleben und der Unterricht müssen dem Gemeinschaftsleben genügend Raum geben. Lernen in der Gemeinschaft heißt für uns: aufeinander zugehen, miteinander gehen und gemeinsam leben.

Gelegenheiten zum gemeinsamen Tun, die Übernahme von Verantwortung für sich und die Gruppe fördern die Sozialkompetenz. Die Lerngemeinschaft an unserer Schule orientiert sich an der natürlichen Lebensgemeinschaft, die Kinder, Eltern, Pädagogen und Menschen außerhalb der Schule umfasst. Spielregeln des Zusammenlebens werden mit den Kindern gemeinsam aufgestellt. Ihre Wichtigkeit soll erfahrbar gemacht werden. Gleichzeitig wird die Verschiedenheit der Kinder akzeptiert und zur Grundlage des gemeinsamen Lernens gemacht. Das Kind lernt, für sich zu sorgen, zu führen und zu folgen, Verantwortung für sich und seine Mitschüler zu übernehmen und darauf zu achten, dass es in der Gruppe seinen Platz findet.

Auch die Räumlichkeiten an unserer Schule tragen dazu bei, dass sich die Kinder sowohl als Individuum als auch als Teil der Gemeinschaft fühlen. Unsere Räume bieten Platz für das individuelle Arbeiten, aber auch für das Lernen mit einem Partner oder in Gruppen.

Selbstlernen statt belehren

„Das Kind begreift durch eigene Aktivität, indem es die Kultur aus seiner Umgebung und nicht vom Lehrer übernimmt.“ (Maria Montessori)

Sollen die Kinder Kompetenzen erwerben, muss das Lernen – nicht das Belehren – im Vordergrund stehen. Belehrung ermüdet und erzeugt träges Wissen, das schnell wieder vergessen wird.

An unserer Schule eröffnen wir den Kindern Räume, um eigenverantwortlich zu lernen und eigene Ziele zu verwirklichen. Wir trauen unseren Kindern Eigenverantwortung zu. So nehmen wir die Stärken jedes Kindes als Ausgangspunkt des Lernprozesses. An unserer Schule sind die Voraussetzungen gegeben, damit Kinder mit individuellen Lernzielen arbeiten können.

Unsere Lehrpläne orientieren sich an den Rahmenplänen von Mecklenburg-Vorpommern. Diese legen die Ziele und Inhalte des Unterrichts in den einzelnen Fächern fest, wobei bundesweit geltende Bildungsstandards berücksichtigt werden.
Darüber hinaus nehmen wir jährlich an den VERA-Vergleichsarbeiten teil, die bundesweit auf Veranlassung der Kultusministerkonferenz durchgeführt werden. Vergleichsarbeiten sind Lernstandserhebungen, deren Auswertung Auskunft über die Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler zu einem bestimmten Zeitpunkt geben.

Freiräume und Strukturen

Lernformen

Schülerinnen und Schüler selbstständig lernen zu lassen, erfordert eine klare Struktur des Unterrichts. Das gibt die Sicherheit für eigenständige und individuelle Lösungen.
Kinder erfahren in unserer Schule in einer Vielzahl von Lernformen, die einen individuellen Zugang zum jeweiligen Thema ermöglichen. Die Rhythmisierung des Tagesablaufes in der Vorschule und in der Schule ermöglicht den planvollen Umgang mit den unterschiedlichen Lernformen und eine kindgerechte Tagesgestaltung.
Folgende Lernformen bestimmen unseren Schultag:

  • Gleitender Beginn
  • Stammzeit
  • Freiarbeit
  • Präsentation
  • „Stille- Übungen“
  • Projekte
  • Soziales Lernen
  • Gesprächskreis
  • Außerschulische Lernorte/ Exkursionen
  • Kurse
  • Offene Angebote am Nachmittag
  • Angebote externer Einrichtungen
    Erläuterungen zu den Lernformen finden Sie in unserem pädagogischen Konzept (Download Pdf pädagogisches Konzept).

Hausaufgaben

Hausaufgaben werden an der Benjamin-Schule entweder der gesamten Stammgruppe oder auch individuell erteilt. Sie dienen der Festigung des Gelernten, der individuellen Übung sowie der Vorbereitung des folgenden Unterrichtes. Den Schülern werden im Schulalltag mehrere Möglichkeiten gegeben, ihre Hausaufgaben innerhalb der Schulzeit unter Betreuung eines Lernbegleiters zu erledigen.

Die Kinder haben weiterhin die Option, Arbeiten, die sich aus dem Schultag ergeben, zu Hause zu vertiefen und weiterzuführen. Gerne können die Kinder auch Dinge, Erfahrungen und Arbeiten von zu Hause mitbringen. Somit erfahren sie, dass Lernen überall stattfindet.

Regeln und Grenzen

Das Leben in einer Gemeinschaft, in der es viele Freiräume gibt, erfordert klare Regeln und Grenzen. Sie dienen dem Schutz aller und fördern das Gefühl von Vertrauen und Sicherheit. Wer verantwortungsbewusst handeln will, wem das Wohl aller wichtig ist, der muss lernen, Regeln und Grenzen zu respektieren. An unserer Schule werden Regeln gemeinsam mit den Kindern aufgestellt. Für deren Einhaltung sind Kinder und Erwachsene gemeinsam verantwortlich. Einmal besprochen, müssen Regeln immer wieder geübt werden. Sie sind grundsätzlich veränderbar und werden bei Bedarf in den Gemeinschaftsstunden oder im Stammgruppenrat diskutiert.

Entdecken und begleiten

Schüler und Schülerinnen sind nicht gleich und lernen nicht auf die gleiche Weise.
Ausgehend von den individuellen Lernvoraussetzungen werden unsere Schüler befähigt, in zunehmendem Maße ihren Lernprozess eigenverantwortlich zu planen, durchzuführen und zu reflektieren. Dazu erhalten sie die Möglichkeit, innerhalb eines gegebenen Rahmens ihr Lernen selbst zu gestalten. Wir wollen durch entdeckendes Lernen in offenen Unterrichtsformen die Neugier, Offenheit und das Interesse jedes Einzelnen an der Welt wach halten, anregen und unterstützen. In der Auseinandersetzung mit dem Lerninhalt gelangt der Schüler in aktiver Form zu individuellen Erkenntnissen.

Zu jedem Lernprozess gehören selbstverständlich Fehler. Für uns ist es wichtig, Kinder im Umgang mit Fehlern anzuleiten und die Lernchance, die sich hinter einem Fehler verbirgt, bewusst zu machen. Wir wollen den Kindern Strategien vermitteln, die sie in die Lage versetzen, nach Fehlern zu suchen und sie zu korrigieren.

Um den oben benannten Zielen und den daraus resultierenden Formen des Lernens gerecht zu werden, kommt den Lehrern und Erziehern unserer Schule eine neue Rolle zu. Sie sorgen für ein angenehmes Lernklima. Sie finden das richtige Maß zwischen Anregung, Darbietung, Fürsorge und Hilfe einerseits und gewähren lassen, entdecken lassen andererseits.

Leistungsbewertung und Elterngespräche

Am Ende eines jeden Halbjahres erhalten die Kinder eine Einschätzung zu ihrem Lern- und Entwicklungsstand.

Jahrgangsstufe 1: ausführlicher Lernentwicklungsbericht in schriftlicher Form („Brief an dich“)

Uns ist es wichtig, unsere Worte so zu formulieren, dass die Freude am Lernen und das Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten erhalten bleiben.

Jahrgangsstufe 2 – 6: detaillierte Bewertung zu Lerninhalten einzelner Fächer in Form von Leistungsdiagrammen (Spinnendiagramme)

Das Leistungsdiagramm ist eine adäquate Alternative zum Notenzeugnis der Regelschulen.

Ergänzend erhalten die Schüler zum Schuljahresende den „Brief an dich“.
Für die Schüler der Jahrgangsstufe 6 wird zusätzlich zum Halbjahr eine umfassend formulierte Schullaufbahnempfehlung erstellt.

Im Herbst und im Frühjahr haben die Eltern die Möglichkeit zu Elterngesprächen, in denen sie Informationen zum Leistungsstand ihres Kindes erhalten.

Zu Beginn des 2. Schulhalbjahres finden zudem Lernentwicklungsgesprächen gemeinsam mit Schülern statt, bei denen bewusst auf die Anliegen der Schüler und Schülerinnen eingegangen wird.

Bewegung und Selbstwahrnehmung

Zwischen Bewegung und der geistigen Entwicklung des Kindes besteht ein enger Zusammenhang. Bewegung stellt einen Bestandteil der ganzheitlichen Entwicklung der Kinder dar und wird an unserer Schule in den täglichen Schulablauf integriert, so dass Lernen und Erfahren durch Bewegung und Sinneswahrnehmung zur Selbstverständlichkeit werden.

Im schulischen Sportunterricht wird die Freude an der Bewegung hervorgehoben. Frei von Druck sammeln die Kinder vielfältige Erfahrungen im Umgang mit anderen, mit sich selbst und verschiedenen Sportarten sowie Geräten. In innerschulischen und außerschulischen Wettkämpfen erhalten sie Gelegenheit, ihre Kräfte zu messen
Die unmittelbare Umgebung der Schule mit Schulhof, Park, Schulgarten und Sportplatz laden uns ein, regelmäßige Lernangebote im Freien zu gestalten.

Der Ganztagsbetrieb hält für unsere Kinder auch am Nachmittag ein ausgewogenes Verhältnis von Lernen, Bewegung und Entspannung bereit. Spezielle Themenräume sowie der Schulhof können im offenen Angebot je nach Interesse gewählt werden. Die Gestaltung unseres Schulhofes bietet Platz zum Schaukeln, Rennen, Rutschen, Klettern, Hüpfen, Balancieren, Kriechen, Buddeln, Schleichen.

Gut vorbereitete Kurse helfen den Kindern, ihre Selbstwahrnehmung zu schulen, motorische Fähigkeiten und Fertigkeiten auszubauen und ihr Selbstbewusstsein zu stärken. Auch hier erfahren die Kinder den Zusammenhang zwischen Bewegung und Wohlbefinden.

Werke schaffen – Spuren hinterlassen

Kinder schaffen ihre eigenen Werke, setzen eigene Zeichen, hinterlassen eigene Spuren – auf dem Spielplatz vor dem Schulhaus, auf den Gängen, in selbst gestalteten Räumen, in Wort oder Bild, in den Herzen anderer.

Unsere Schule schafft den Raum, gibt die Zeit und den Kindern die Möglichkeit, etwas über sich mitzuteilen. Sie können sich in vielfältigen Ausdrucksformen erproben. So entstehen im Kunst- und Werkunterricht zahlreiche Zeichnungen, Collagen, Fensterbilder, Tonfiguren u. a., die in unseren Stammgruppenräumen, in den Fluren und Fachräumen, auf Ausstellungen zu sehen sind oder als Präsent an Förderer unserer Schule vergeben werden. Spuren hinterlassen die Kinder auch, wenn sie entdeckend durch die Sprachwelt reisen oder kreativ mit ihrer Sprache umgehen. Dabei ist es uns wichtig, den Kindern ganztägig in einer vorbereiteten Umgebung, in Projekten und Kursen die Möglichkeit zu einer aktiven Auseinandersetzung mit sich und ihrer Umwelt zu geben. Mit Stolz präsentieren unsere Kinder ihre Werke und laden damit alle anderen ein, ein kleines Stückchen ihres Weges mitzugehen.

Wir tragen Werke der Kinder und damit Zeichen aus unserer Schule hinaus und hoffen, damit deutliche und unverwechselbare Spuren zu hinterlassen.

Demokratie und Verantwortung

Das Gelingen von Schule erfordert die Mitwirkung, Mitgestaltung und die bewusste Übernahme von Verantwortung durch Schüler, Pädagogen, den Träger, Eltern, Freunde und Förderer.

Das Leben an der Benjamin-Schule eröffnet durch die Vielzahl der Aktivitäten Raum für Partizipation und bietet Chancen für aktive Mitgestaltung und soziale Verantwortung im Schulalltag. Dabei werden Mitbestimmung und Teilhabe selbst zur Lernaufgabe. Dies erfolgt nicht nur über eine theoretische Vermittlung, sondern wird in der Schule gelebt und dabei erprobt und eingeübt.
Schüler, Eltern, Pädagogen haben das Recht und die Pflicht zur Mitwirkung und Mitgestaltung des Schullebens.

Jahreskreis, Gemeinschaft und Rituale

Der christliche Jahreskreis strukturiert das gesamte Schuljahr. Aus dem Jahreskreis heraus ergeben sich festliche Höhepunkte, die als Unterrichtsthemen aufgegriffen werden und in enger Zusammenarbeit mit Schülern, Pädagogen und Eltern als Schulgottesdienste gestaltet und gefeiert werden. In wöchentlich stattfindenden Gesprächskreisen thematisieren die Pädagogen den Glauben im Unterricht. Anlässe hierfür sind aktuelle Geschehnisse, religiöse Fragen oder ein entsprechendes Anliegen der Kinder.

Es ist uns wichtig, das Zusammenleben und -arbeiten an unserer Schule bewusst zu gestalten. Wir sind davon überzeugt, dass der Umgang miteinander und mit gemeinsam verbrachter Zeit für alle Beteiligten das Gefühl der Zugehörigkeit zu dieser Schule bestärkt, Sicherheit gibt und das Selbstverständnis der Schule abbildet.

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